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Krankheiten fallen nicht vom Himmel

Es ist kein Zufall, dass viele Menschen an Weihnachten, in den Ferien oder nach der Pensionierung erkranken.


Überleben und Arterhaltung- diese zwei biologischen Bedürfnisse kontrollieren im Grunde all unser Denken und Handeln, obwohl wir uns dessen meist nicht bewusst sind.

Physische und psychische Symptome sind im Grunde biologische Reaktionen, um das entstandene Problem zu beheben oder das Individuum oder das Rudel an die Situation anzupassen und zu kompensieren.


Wenn ein biologisches Bedürfnis nicht mit der Interpretation der wahrgenommenen Realität übereinstimmt (=Konflikt), können Funktions- oder Zellveränderungen aktiviert werden.

In unserer heutigen Gesellschaft treten diese jedoch oft in Situationen auf, in denen sie keinen Sinn mehr ergeben. Problemstellungen, denen wir heute gegenüberstehen, könnte es in natürlicher Lebensweise nicht in diesem Ausmass geben.

Fühlt man sich bedroht, ein sehr individuelles Empfinden, gibt es drei Möglichkeiten:

Kämpfen, flüchten oder totstellen. Dies erklärt auch, dass Aggression, Rückzug oder Passivität im Grunde genommen immer aus einem Bedürfnis heraus entstehen. Nach Schutz, Anerkennung, Sicherheit, Akzeptanz usw.


Unsere Tagesform wird gesteuert vom unwillkürlichen Nervensystem. Dieses besteht aus zwei Anteilen, den beiden Gegenspielern Sympathikus(="Aktivitätsnerv") und Parasympathikus (="Ruhenerv").

Durch eine Konfliktsituation wird automatisch auf Dauerstress geschaltet (=Dauersympathikotonie).

In dieser konfliktaktiven Phase sind wir sympathikoton und voll leistungsfähig. Stresshormone werden ausgeschüttet, Puls und Blutdruck steigen, das Verdauungssystem wird runtergefahren, Schlaf ist erschwert möglich und Energiereserven werden verbraucht.

Ist der Konflikt gelöst und die Sympathikotonie beendet, folgt die vagotone Phase, die Regenerations- oder Erholungsphase. In dieser Phase sinken Blutdruck und Puls, die Verdauung ist aktiv, weniger Stresshormone werden ausgeschüttet und Entspannung tritt ein.

In dieser Vagotonie kommt es häufig zu Krankheitssymptomen und Wassereinlagerungen, also Schwellung, Schmerzen...


Kleines Beispiel: Vor dem hungrigen Wildtier kann ich mich unglaublich schnell und leistungsfähig auf einen Baum retten. Dort in Sicherheit kommt dann die Erschöpfung, das Zittern, Erbrechen... Heutzutage verursachen aber eher finanzielle, berufliche, familiäre, zwischenmenschliche Konflikte solche Stresssituationen als wilde Tiere. Je länger und intensiver der Stress, desto länger und intensiver die entsprechende Reaktion.


In dauernder, auch wenn nur latenter Sympathikotonie können sich entsprechend der Stresshormonausschüttung Symptome zeigen wie Verstopfung, hoher Muskeltonus mit Schmerzen und Verletzungsgefahr, Herzrasen, hoher Blutdruck, Schlafstörungen, Unruhe, Reizbarkeit...


Gemäss TCM (Traditionell Chinesische Medizin)

ist jedem Organ eine spezielle emotionale Aktivität zugeordnet.

Die sieben Emotionen Zorn, Freude, Traurigkeit, Sorge, Nachdenklichkeit, Angst und Schock werden durch das Herz dominiert und als Bewegungen des Qi (Lebensenergie) wahrgenommen. Jede Emotion löst eine bestimmte Qualität und Aktivität des Qi aus.


Zorn und verwandte Zustände wie Groll, unterdrückter Ärger, Frustration, Wut, Feindseligkeit, Verbitterung, Depression lassen das Qi aufsteigen und beeinträchtigen die Leber. Durch diese aufsteigende Leber-Hitze zeigen sich viele Krankheitszeichen im Kopf- und Nackenbereich (Tinnitus, Schwindel, Oberbauchschmerzen...)


Freude in Form von übermässiger Erregung verlangsamt den Qi-Fluss und beeinflusst das Herz. Übermässige Anregung und Aufregung schädigt und erschöpft das Herz-Qi, was emotionale und seelische Störungen begünstigt.


Sorge, Nachdenklichkeit, Grübeln verknotet das Qi und beeinträchtigt die Milz und die Lunge. Dies kann sich in Kurzatmigkeit und Verdauungsbeschwerden äussern.


Traurigkeit zersetzt das Qi und beeinträchtigt die Lunge und das Herz.


Angst lässt das Qi absteigen und beeinträchtigt die Niere. Angst und Panik stehen mit dem Überlebenswillen in engem Zusammenhang.


Schock zerstreut das Qi und beeinträchtigt Niere und Herz.


In der Shiatsutherapie geht es unter anderem darum, den Qi-Fluss zu harmonisieren, die Balance zwischen Sympathikotonie (Aktivität) und Vagotonie (Ruhe), Yin und Yang, wieder herzustellen und zu erhalten.


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